Sanierung des ehemaligen Gaswerks in Darmstadt

Heute ist die Verwendung von Erdgas selbstverständlich. Früher stand dieser umweltschonende Energieträger nicht zur Verfügung. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde so genanntes Stadtgas mittels Kohlevergasung gewonnen. So auch in Darmstadt.

Das zerstörte Gaswerk kurz nach dem Luftangriff vom 12. Dezember 1944

Von 1902 bis 1949 hat die Stadt Darmstadt am Standort Frankfurter Straße ein Gaswerk betrieben. 1944 wurde das Gaswerk durch Bombenangriffe erheblich beschädigt. 1945 wurde das Werk wiederaufgebaut. 1949 übernahm die neu gegründete Südhessische Gas und Wasser AG das Gaswerk. 1966 wurde die Kohlevergasung eingestellt und durch den Bezug von Erdgas ersetzt.

Vor allem durch den Betrieb ab 1902 und durch die Bombeneinschläge im 2. Weltkrieg gelangten Nebenprodukte aus der Kohlevergasung in das Erdreich und nach und nach auch in das Grundwasser. Seit 1989 werden die Altlasten des ehemaligen Gaswerks Darmstadt saniert. Nun beginnt eine neue Stufe der Sanierung: Gefördert vom Land Hessen setzt die Stadt Darmstadt gemeinsam mit der ENTEGA AG seit Mitte 2011 ein aufwändiges Boden- und Grundwassersanierungsprogramm um, über das an dieser Stelle ausführlich informiert wird.

Die Schadstoffe befinden sich mehr als zehn Meter tief im Boden und Grundwasser. Es besteht daher keine Gefährdung an der Oberfläche. Das Grundwasser, für das in den betroffenen Teilbereichen ein Nutzungsverbot ausgesprochen wird, wird nicht für Trinkwasserzwecke genutzt. Im Rahmen der Sanierung wird sich sukzessive eine Verbesserung des Grundwasserzustandes einstellen.