Konkretes Sanierungsverfahren

Bei der Umsetzung des Sanierungskonzeptes kam es aufgrund notwendiger weiterer Nacherkundungsmaßnahmen zu einer Zeitverzögerung, sodass die eigentlichen Sanierungsschritte seither noch ausstehen. Durch die umfangreichen Nacherkundungen ergibt sich allerdings heute ein präziseres Bild der Boden- und Grundwasserbelastung.

Inzwischen wurden die weiteren notwendigen Grundlagen für die ausstehende Sanierungsplanung ermittelt. Im Rahmen diverser Feldversuche konnten für die Sanierung maßgebliche Einflussfaktoren, wie z. B. Fließverhalten des Grundwassers oder auch der natürliche Selbstabbau von Schadstoffen im Grundwasser bestimmt werden. In einem weiteren Feldversuch wurde die Eignung des im Konzept für die Quellsanierung vorgeschlagenen ISCO-Verfahrens geprüft, wobei sich herausstellte, dass dieses Verfahren nicht optimal geeignet ist und voraussichtlich nicht zur Anwendung kommen wird.

Die wichtigste und besonders erfreuliche Erkenntnis aus den Aktivitäten der zurückliegenden 4 Jahre ist, dass die im Grundwasser nachgewiesenen Schadstoffe einem unerwartet deutlichen natürlichen biologischen Abbau unterliegen. Dieser natürliche Schadstoffabbau im Grundwasserleiter sorgt bereits jetzt dafür, dass die Schadstofffahne sich ohne weiteres Zutun nicht weiter ausbreitet und er mindert dabei permanent die Menge der im Boden und Grundwasser enthaltenen Gesamtschadstoffmasse. Die Erfordernis des am Ende der Schadstofffahne ursprünglich geplanten Funnel & Gates ist somit nicht mehr gegeben.

Als maßgeblicher Schritt wird jetzt die im Sanierungskonzept beschriebene Pump & Treat-Sanierung im Detail geplant und begonnen. Die Pump & Treat-Sanierung wird die vorhandenen Selbstreinigungskräfte unterstützen und die Rückbildung der Schadstofffahne beschleunigen.

Das mit dem Pump & Treat-Verfahren entnommene Grundwasser wird nach Aufbereitung mit Sulfat angereichert und wieder im Untergrund infiltriert, um die natürlichen Selbstreinigungskräfte zu stimulieren. Dieses Verfahren wird in Fachkreisen als „enhanced natural attenuation“ (ENA) bezeichnet.

Die ursprüngliche Sanierungskonzeption ist mit den geschilderten Maßnahmen an die neuen Erkenntnisse angepasst.